Rekordfahrt für deutschen Rekord AA4-Höhe durch Benjamin Eimers

564413_413366682051843_366718047_nEine Gasballonfahrt die als Höhenrekordversuch in drei verschiedenen Klassen geplant wurde. Schon Monate wurde das Wetter beobachtet. Ziel waren zumindest 6600 Meter. Dafür musste besonders kaltes Wetter herrschen, um durch die größere Tragkraft diese Höhe mit dem 500m³ kleinen Warsteiner Gasballon zu schaffen.
Zwei Tage vor dem Starttag wurde der Ballon nochmal komplett gecheckt und dabei auch direkt gereinigt. Telefonate mit der Deutschen Flugsicherung ergaben, dass keine generellen Probleme bestehen. Der Startplatz Gladbeck liegt unterhalb des Luftraum C von Düsseldorf. Die geplante Fahrtrichtung sollte in den Anflugsektor gehen. Am Starttag fand sich sehr früh morgens und bei kalten Wetter (-10°C) eine Gruppe von 10 Personen am Startplatz ein, um alles vorzubereiten. Schnell wurde der Ballon mit ca. 250m³ Gas gefüllt. 9 Sack a. 7,5 kg trockener Sand kamen als Ballast mit. Von denen war ich bereit noch 4 zu Opfern. Eine Landung sollte mit 5 verbliebenen Säcken möglich sein. Schließlich habe ich vor der Landung nicht mehr wie 200 Kilo Masse. Der Start wurde um 30 min verschoben, nachdem der Lotse bedenken hatte, aufgrund des vorherrschenden Verkehrs. Um 8 Uhr wurden weniger Flugzeuge erwartet. Eine Umleitung der Flugzeuge also einfacher. Nach dem Start ging es schnell mit 5m/s durchgehend hoch. Bei 6000 Meter fing ich an weiteren Ballast abzugeben. Nachdem ich die Wunschhöhe von 7000 Metern erreicht hatte, zog ich am Parachute. Aufgrund des geringen Gegendrucks muss man hier sehr vorsichtig sein. Zunächst hatte ich einen Fall von ca. – 3m/s. Ich zog immer wieder ganz kurz bis der Fall auf -4,5m/s zunahm. In 500 Meter warf ich insgesamt langsam 2 Sack raus um den Fall zu bremsen. In 200 Meter über Grund hatte ich den Ballon entgültig von seinem Fall abgebremst. Landegelände gab es zunächst keins. Ich befand mich genau über einen Ort. Westlich die Maas mit vielen Seen, südlich ein Kraftwerk mit einem Umspannwerk und vielen Stromleitungen, nördlich die Stadt Roermond. Das wil man nach einer Höhenfahrt mit wenig Ballast nicht unbedingt. Aber dafür ist ja die Ballastreserve gedacht. Ich steuerte genau auf die einzige Kirche im Ort zu. Hoffte ich noch, dass ich an dem Kirchturm vorbeikomme, musste ich schon einen Sack opfern um den Turm genau zu überfahren. Hinter dem Ort taten sich einige schneebedeckte Felder auf. Leichte Ventilzüge stoppen das Steigen in 100 Meter und ich versuchte den Ballon in einem leichten Sinkflug zu bekommen. Mit -0,5 m/s steuerte ich genau die Felder an. 1 Sack zum Abfangen in 2-3 Metern und dann ein kräftiger Ventilzug. Glatt gelandet. Die Verfolger waren trotz der hohen Geschwindigkeit nach 5 min. vor Ort. Ipad, Internet und APRS Tracker sei Dank. Temperaturen von bis zu -35 Grad Celsius machten mir weniger zu schaffen, doch das Material versteifte sich zunehmend. So war das Funkgerätmikrofonkabel kaum noch zu bewegen. Stifte schrieben nicht mehr. Ein Bleistift half. Das Display vom Flytec 6040 war nicht mehr lesbar. Insgesamt eine schwierige Fahrt im Bezug auf alle Faktoren die 100% passen müssen, um so ein Vorhaben zum Erfolg zu bringen. Danke an alle Helfer. Danke an die Deutsche Flugsicherung. Danke an den Observer Peter Hausmann. Danke an alle Unterstützer und die Glückwünsche. Die nächste Fahrt ist schon in Planung.

Glück ab zur nächsten Fahrt! Benjamin Eimers                                                   (©Benjamin Eimers) Weiter….

Letztes Abenteuer

P1000556Sie wollten schon immer eines der letzten Abenteuer erleben? Sie möchten gerne die Welt beschaulich von oben und doch ganz nah betrachten? Dann machen Sie eine Ballonfahrt im Korb eines Gasballons. 

Sie starten am Morgen in einer ländlichen Gegend auf dem Gasballonstartplatz des Ballonfahrtverein Essen, e.V. Nach dem Startkommando entfernt sich ohne Ruck und Schütteln die Erde unmerklich und auf einmal können Sie über Häuser, Bäume und die ganze Umgebung blicken. Sie sind gestartet zu einem der letzten, echten und ungefährlichen Abenteuer, die in Ihrer näheren Umgebung noch möglich sind. Vorher haben Sie Ihren Piloten und die übrigen Mitfahrer kennengelernt, haben geholfen, Ballastsäcke mit Sand zum späteren Abwerfen zu füllen und haben gehört und gesehen, wie das Wasserstoffgas, unsichtbar zwar, aber stetig die vorher schlaff und leer auf dem Boden liegende Hülle mit Gas füllt. Ein erhebender Anblick, wenn der Ballon dann prall an seinen Leinen und dem Korb hängt und darauf wartet, mit Ihnen in den Himmel zu steigen. Und nun sind Sie in der Luft, genießen den Ausblick über die Landschaft, orientieren sich über die Fahrtrichtung und bekommen nach einer kleinen Weile das Gefühl, sicher und unbeschwert, wie in einer eigenen kleinen Welt, im Ballonkorb zu stehen. Der Pilot und der sachkundige Mitfahrer beantworten Ihre Fragen und Sie hören, wie der Pilot sich mit der Flugsicherung über Ihre Fahrt und deren Fortsetzung verständigt, damit auch der Sie tragende Gasballon wohl behütet und bewacht durch die Flugsicherung, am allgemeinen Luftverkehr teilnimmt. Je nach Fahrtdauer und Wettersituation kommt nun der Moment, dem Sie schon seit dem Verstauen der „Dicken“ Pulle in das Proviantgepäck erwartungsvoll entgegensehen: Die Taufe als Erstlingsfahrer und damit die Aufnahme in den Kreis der Luftfahrer. Verraten wird hier nichts, nur soviel: Den Ihnen dabei verliehene Namen sollten Sie sich unauslöschlich in Ihr Gedächtnis einprägen! Nach diesem Fahrthöhepunkt kehrt Normalität an Bord ein, soweit man dort überhaupt von Normalität sprechen kann. Das lautlose Gleiten, die Vogelstimmen und die Rufe der Menschen tief unten auf der Erde, wie sie Tücher und Fahnen schwenkend zum Ballon hinaufgrüßen. Und wie deutlich man das hier oben alles hören kann! Verblüffend! Oder die Überfahrt über Dörfer und Städte mit ihren z. T. sehr alten Zivilisationskernen um die Ortskirche, das Schloß, das Kloster herum. Oder das Schweben über den See, wobei die Segelboote nicht immer in die gleiche Richtung fahren wie der Ballon. Nach ca. 4 bis 5 Stunden Fahrt, je nach Windrichtung und Geschwindigkeit, heißt es Zurückkehren auf die Erde. Der Pilot zieht an einer Leine und mit leichtem Zischen entweicht Gas aus einer Öffnung, oben an der höchsten Stelle in der Hülle. Und schon beginnt der Ballon zu sinken. Und dann, wenn Sie schon das Gefühl haben, der Korb setzt auf dem Boden auf, stoppt die Abwärtsbewegung wie von Geisterhand und Sie schweben ein auf des Feld oder die Wiese, die der Pilot schon hoch oben in der Luft als Landefläche ausgewählt hat. Und ehe Sie noch recht begriffen haben, daß die Fahrt zu Ende ist, fällt auch die vorher noch so stolze pralle runde Kugel über Ihnen in sich zusammen und liegt wieder als schlaffe, leere Hülle auf dem Boden, wie vor dem Start. Glück ab! Gut Land! Eines der letzten Abenteuer liegt hinter Ihnen. Aber beim Landefest nach dem Verpacken lebt der ganze bisherige Tag mit allem Erlebten noch einmal auf, das verspreche ich Ihnen.                                                                                      

Ihr Rolf Eck

You will never be forgotten USA2

s320x240Montag, den 06.12.2010 erhielten wir die Meldung, dass ein italienisches Fischerboot den Ballonkorb mit Dr. Carol Rymer Davis (65) und Richard Abruzzo (48) gefunden und geborgen haben. Die genauen Umstände sind noch nicht bekannt. Dies ist einerseits eine schöne Meldung, weil es für die Familie unendlich wichtig ist zu erfahren, was wirklich geschehen ist im September 2010 über der Adria. Es ist für die Kinder beider Familien auch wichtig jetzt einen Ort zu haben, wo sie um Ihre Lieben trauern können. Dazu hatte die Familie Abruzzo bereits am 1.12.2010 am Abruzzo-Anderson Museum in Albuquerque einen Baum gepflanzt und eine Gedenkplatte aufgestellt. Andererseits sind wir unendlich traurig, dass es eben kein Wunder gegeben hat. Aber mit einer Landung in den Bergen hatte ja wirklich keiner gerechnet. Wir freuen uns mit der Familie, dass dieser Unfall nunmehr aufgeklärt werden kann, aber wir sind weiterhin unendlich traurig über den Verlust dieser beiden Ballonsportler. W.E. (Quelle : www.ballon.org)

Gordon Bennett Bristol/UK 2010

GB2010Logo_hiresWilhelm Eimers aus Baerl hat beim härtesten Ballon-Rennen der Welt den zweiten Platz belegt. In 83 Stunden flog er mit Ullrich Seel aus Essen non-stop mehr als 4000 Kilometer bis nach Moldawien. Mehr als 4000 Kilometer in weniger als vier Tagen. Nach dieser Leistung darf sich der Baerler Ballonfahrer Wilhelm Eimers, zusammen mit seinem Essener Kompagnon Ullrich Seel, Vize-Weltmeister nennen. Beim Gordon-Bennett-Rennen, dem größten und härtesten seiner Art, konnten sich die beiden gegen 18 Teams aus aller Welt durchsetzen. Nach exakt 83 Stunden und drei Minuten landeten sie am Mittwoch mittag sicher in Moldawien.Gestartet waren Eimers (60) und Seel (62) am vergangenen Samstag mit ihrem Gasballon in der englischen Küstenstadt Bristol. Über England, den Ärmelkanal und die französische Bretagne ging die Fahrt über den Golf von Biskaya, vorbei an den Pyrenäen, über das Mittelmeer, Italien, die Adria, Ex-Jugoslawien und Rumänien bis nach Moldawien. Die letzte Hürde, die Karpaten, konnten die beiden auch noch nehmen. Dann neigte sich der Ballast dem Ende zu. „Ohne Ballast ist kein sichere Landungmöglich“, sagt Eimers. Man müsse notfalls immer noch Hindernisse überwinden können. Einmal mit Gas befüllt, kann der Ballon nur über Ballast gesteuert werden. Ballast ist der Faktor, der über Sieg und Niederlage entscheidet.Eingepackt wie für eine Nordpol-ExpeditionNicht das Team gewinnt das Rennen, das die meisten Kilometer zurück gelegt hat, sondern das am weitesten(Luftlinie) vom Startpunkt entfernt landet. Ein Team aus der Schweiz schaffte in diesem Jahr mit 2434 Kilometern nur 122Kilometer mehr als Eimers und Seel. Für die beiden Ballonfahrer bedeutet ein Rennen dieser Art Anstrengung pur. Tagsüber herrschen in dem kleinen Korb –mit eineinhalb Quadratmetern nicht viel größer als ein durchschnittlicher Schreibtisch – bis zu 30 Grad, nachts sind es minus vier. „Damit muss man erstmal fertig werden“, sagt Eimers, der im Winter eigens eine Tour gemacht hat, um sich an die Temperaturen zu gewöhnen. Sie seien wie bei einerNordpol-Expedition eingepackt gewesen, sagt Eimers und zählt lange Unterhose, zwei Paar Socken, Daunenschuhe, Daunenoverall, Schal, Mütze und Handschuhe auf. Trotzdem wurde ihnen nachts kalt, wenn einer der beiden Abenteurer auf der kleinen Pritsche lag – die Füße durch ein Klappe in der Korbwand nach draußen gesteckt. „Wir haben uns dann noch den Sonnenschutz um die Füße gewickelt, um uns zu wärmen. Damit Seel und Eimers bei Kräften blieben, haben sie sich mit Fünf-Minuten-Terrinen, Obst und Broten gestärkt. Wer austreten muss, benutzt eine Tüte. „Das ist schließlich auch Ballast, den man später verwenden kann“, sagt Eimers und rechnet vor, dass der Pilot in fast vier Tagen mehr als drei Liter, der Co-Pilot sogar viereinhalb Liter Ballast produziert hat.Sonnenuntergang auf dem Mittelmeer. Der eindruckvollste Moment der langen Reise war für den Baerler der Sonnenuntergang auf dem Mittelmeer. „Das erlebt man nicht alle Tage. Wir sind schließlich keine Seefahrer.“ Am nächsten Morgen überquerten sie Rom zur Rushhour. „Dass uns die Flugsicherheit da durchgelassen hat,obwohl zu dieser Zeit so viele Flugzeuge unterwegs sind, ist wirklich unglaublich“, schwärmt Eimers.Auch die Fahrt über die ehemaligen Jugoslawien-Staaten war seit 20 Jahren wieder etwas Besonderes.Nach der Landung hinter den Karpaten in Moldawien machten sich die beiden Ballonfahrer mit ihrem Team gleich auf den Weg nach Hause. Den 83 Stunden im Ballonkorb folgten knapp 100 Stunden im Auto.Am Samstag haben sie sich wieder hinters Steuer gesetzt und sind zurück nach Bristol gefahren. Zur Siegerehrung mit Prinz Philip, dem Herzog von Edinburgh. „Für uns war das Rennen erst am Sonntag wirklich zu Ende, als wir wieder zu Hause waren.“  (Quelle : http://www.derwesten.de)

(Fotos : Familie Eimers/Ulrich Seel/ Matthias Zenge/Wolfgang Geissler)

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bodo an Bord

CIMG0137 (Kopie)Im August 2010 unternahmen Jan Thijs und Christian Eck eine schöne Gasballonfahrt mit sehr netten Gästen; Anna und Wolfgang. Noch schöner ist, dass Wolfgang auch Autor ist und einen lesenswerten Fahrtbericht im Magazin  bodo  Ausgabe Oktober 2010, veröffentlicht hat. Vielen Dank dafür!

Glück ab und gut Land!         Christian Eck

D-OWPO

cimg010Da der neue Ultra Magic M-120 des BVE mit einem sogenannten Schnellentlüftungssystem ausgestattet ist, war für diejenigen Piloten, die ein solches System bisher nicht gefahren hatten, eine Einweisungsfahrt erforderlich. Unser Pilot Thomas Leyser, der bereits einige Erfahrungen und Fahrten mit solchem System aufweisen kann, hat an einem herrlichen Sonntag Abend eine entsprechende Fahrstunde gegeben und die anderen Piloten in das neue System theoretisch und praktische eingeführt. Nun steht dem regelmässigen Einsatz des neuen Ballons nichts mehr im Wege. „Glück ab und Gut Land“ D-OWPO .

Logenplatz am Himmel

DSCN0422Es ist Sonntag. 5.00 Uhr morgens und ich bin noch etwas müde, als ich mit dem Ballonanhänger zum Treffpunkt fahre. Meine Gäste – Gaby und Franz – hatten spontan zugesagt, als ich ihnen Freitag den Termin genannt hatte. So kommt man dann schnell in den Ballon wenn das Wetter dann mal mitspielt.

Sie warten schon auf mich – etwas aufgeregt – gespannt, was sie wohl erwarten wird.Wir trinken noch einen Kaffee und als Birgit, meine Verfolgerin, kommt fahren wir zum Startplatz. Der Wind weht aus Nordost, nicht zu schnell und somit habe ich Alpen am Niederrhein gewählt. Hier liegt noch ein flacher Bodennebel in 1 m Höhe auf dem Platz – ein toller Anblick. Um an den Himmel zu kommen sind alle Hände gefragt, dass heißt auch für die Gäste: mit anpacken! Der Korb wird aufgebaut, Instrumente, Karten und Funk verstaut und ich weise die Gäste ein. Wichtig ist für Franz und Gaby, wie sie sich beim Einsteigen, Start, Fahrt und Landung verhalten sollen. Nach der Einweisung wird der Korb umgelegt, die Hülle montiert und mit Luft gefüllt. Das Fauchen des Brenners läßt den Ballon sich majestätisch erheben. Die Gäste steigen in den Korb, noch ein paar Checks und dann entschwebt der Ballon nach ein paar Brennerstößen sanft in den Himmel. Franz und Gaby sind begeistert. Die Skepsis, ob ich mit all den Drahtseilen fertig würde, die den Ballon tragen, ist verflogen. Jetzt ist man richtig frei, eins mit den Winden, die uns sanft über die Leucht, einem Waldgebiet, treiben. Langsam steigen wir höher und höher – die Erde wird mehr und mehr zur „Märklin-Landschaft“. Die zwei saugen die Landschaft nur so in sich hinein – für mich schon ein gewohntes, aber immer wieder tolles und anderes Erlebnis. Wie sagt mein Freund Andreas immer: „Ein Logenplatz am Himmel“. Das Fauchen des Brenners unterbricht die Stille – läßt uns weiter in Richtung Holland gleiten. Nach 1 Stunde haben wir ein geeignetes Plätzchen zum Landen gefunden, eine schöne Wiese und das Verfolgerfahrzeug ist auch schon da. Sanft lande ich den Ballon, die heiße Luft entweicht und er sinkt in sich zusammen. Auf der Heimfahrt sind die beiden ganz still, sitzen hinten und träumen, gehen in Gedanken noch einmal die Fahrt durch. Lassen wir sie träumen!        ( ©Rainer Langendorf)