Logenplatz am Himmel

DSCN0422Es ist Sonntag. 5.00 Uhr morgens und ich bin noch etwas müde, als ich mit dem Ballonanhänger zum Treffpunkt fahre. Meine Gäste – Gaby und Franz – hatten spontan zugesagt, als ich ihnen Freitag den Termin genannt hatte. So kommt man dann schnell in den Ballon wenn das Wetter dann mal mitspielt.

Sie warten schon auf mich – etwas aufgeregt – gespannt, was sie wohl erwarten wird.Wir trinken noch einen Kaffee und als Birgit, meine Verfolgerin, kommt fahren wir zum Startplatz. Der Wind weht aus Nordost, nicht zu schnell und somit habe ich Alpen am Niederrhein gewählt. Hier liegt noch ein flacher Bodennebel in 1 m Höhe auf dem Platz – ein toller Anblick. Um an den Himmel zu kommen sind alle Hände gefragt, dass heißt auch für die Gäste: mit anpacken! Der Korb wird aufgebaut, Instrumente, Karten und Funk verstaut und ich weise die Gäste ein. Wichtig ist für Franz und Gaby, wie sie sich beim Einsteigen, Start, Fahrt und Landung verhalten sollen. Nach der Einweisung wird der Korb umgelegt, die Hülle montiert und mit Luft gefüllt. Das Fauchen des Brenners läßt den Ballon sich majestätisch erheben. Die Gäste steigen in den Korb, noch ein paar Checks und dann entschwebt der Ballon nach ein paar Brennerstößen sanft in den Himmel. Franz und Gaby sind begeistert. Die Skepsis, ob ich mit all den Drahtseilen fertig würde, die den Ballon tragen, ist verflogen. Jetzt ist man richtig frei, eins mit den Winden, die uns sanft über die Leucht, einem Waldgebiet, treiben. Langsam steigen wir höher und höher – die Erde wird mehr und mehr zur „Märklin-Landschaft“. Die zwei saugen die Landschaft nur so in sich hinein – für mich schon ein gewohntes, aber immer wieder tolles und anderes Erlebnis. Wie sagt mein Freund Andreas immer: „Ein Logenplatz am Himmel“. Das Fauchen des Brenners unterbricht die Stille – läßt uns weiter in Richtung Holland gleiten. Nach 1 Stunde haben wir ein geeignetes Plätzchen zum Landen gefunden, eine schöne Wiese und das Verfolgerfahrzeug ist auch schon da. Sanft lande ich den Ballon, die heiße Luft entweicht und er sinkt in sich zusammen. Auf der Heimfahrt sind die beiden ganz still, sitzen hinten und träumen, gehen in Gedanken noch einmal die Fahrt durch. Lassen wir sie träumen!        ( ©Rainer Langendorf)

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